~Rezension: Anna Jarzab – Das Licht von Aurora~

Titel: Das Licht von Aurora
Autorin: Anna Jarzab
Übersetzung: Ulrike Brauns, Birgit Pfaffinger
Verlag: Loewe Verlag

Die 16-jährige Sasha kann es kaum glauben: Grant, einer der beliebtesten Jungen der Schule, den sie schon immer mochte, spricht plötzlich mit ihr, als wäre sie etwas besonderes und lädt sie zum Abschlussball ein. Natürlich willigt sie ein, doch nach dem Ball stellt sich heraus, dass alles eine Lüge war. Der Junge, der sie eingeladen ist, ist nicht Grant und sie ist nicht mehr in ihrer Welt.
Stattdessen befindet sie sich in einer Welt, die ihrer gleicht und doch völlig anders ist, in der Nordlichter am Himmel stehen, wie in ihren Träumen und sie die Rolle der Kronprinzessin einnehmen soll, da diese verschwunden ist und Sasha und sie Analoge sind, also Entsprechungen in den unterschiedlichen Universen. Bisher waren parallele Universen für sie nichts weiter als eine Theorie, doch nun findet sie sich in einem solchen wieder, unendlich weit von zuhause entfernt, in einer fremden Rolle und von Schlossintrigen bedroht. Wem kann sie vertrauen? Wo ist die wahre Prinzessin? Und kommt sie jemals nach hause zurück?

Meine Meinung

Der Anfang
Der Roman beginnt mit einem Prolog, der in drei Abschnitte unterteilt ist.
Zunächst wirft ein nicht näher definiertes „ich“ den philosophischen Gedanken auf, dass jede Tat früher oder später ausgeglichen wird, und verknüpft diesen gedanklich mit dem physikalischen Gesetz, dass jede Aktion eine gleich starke Reaktion zur Folge hat.
Daraufhin ändert sich die Schriftart und es folgt ein Abschnitt in der dritten Person über Juliana, die Prinzessin von Aurora, wie sie aus dem Schloss verschwindet.
Wieder in der ursprünglichen Schriftart, aber immer noch in der dritten Person, folgt ein Abschnitt über Thomas, der Grants Identität übernimmt, bevor der Prolog beendet ist.
Zunächst irritiert einen dieser Anfang, erzeugt aber auch Spannung. Das erste Kapitel beginnt aus Sashas Perspektive in der ersten Person, wie auch der Hauptteil des Buches geschrieben ist. Durch den Prolog weiß der Leser mehr als Sasha, aber dieses Wissen wirft nur noch spannendere Fragen auf, deren Antwort der Leser gemeinsam mit Sasha herausfinden muss.

Die Form
Sowohl die unterschiedliche Schriftart als auch die unterschiedlichen Perspektiven wirkten auf mich zunächst seltsam, aber ich gewöhnte mich recht schnell daran und es dient auf jeden Fall der Übersichtlichkeit, da auch innerhalb des Buches manchmal zu Juliana und Thomas gewechselt wird. Juliana war mir persönlich nicht besonders sympathisch. Auch daran könnte es liegen, dass ich diesen Schriftartwechsel später immer noch als störend empfand, da ich dann natürlich sofort wusste, dass jetzt ihre Perspektive folgt. Den Perspektivwechsel zwischen Ich-Erzähler und personalem Erzähler fand ich jedoch sehr angenehm. Thomas‘ Gefühle werden dem Leser nahe gebracht, aber nur bröckchenweise, sodass der Leser immer nur ein bisschen mehr weiß, als Sasha, für die seine Gefühle eine ganze Weile lang ein Rätsel bleiben.

Der Stil
Der Stil ist angenehm und leicht zu lesen. Besonders gefallen haben mir die Metaphern und Vergleiche mit der Sashas Gefühlswelt zwischendurch geschildert werden. Sie sind nicht schon hunderte Male gelesen, aber doch verständlich und eingängig. Die Welt Aurora ist wunderschön und ich hätte mir gewünscht, ein paar mehr Beschreibungen oder Eindrücke gezeigt zu bekommen, aber die Handlung macht diesen Mangel wett, zumal dies erst der erste Band einer Trilogie ist und wir sicher noch mehr von Aurora zu sehen bekommen werden.

Der Inhalt
Der Inhalt gefällt mir besonders gut. Es ist eine wundervolle Mischung aus Fantasy, Romantik, Science Fiktion und ein bisschen Dystopie.
Die Theorie der Multiversen ist wunderbar eingesetzt, auch wenn sich mir an manchen Stellen Fragen auftun. Mein abschließendes Urteil über die wissenschaftliche Logik werde ich aber erst fällen, wenn ich die Trilogie zu Ende gelesen habe. Da es Fantasy ist und Sasha selbst nicht sehr viel Ahnung von Physik hat, stören diese Fragen die Handlung nicht besonders.
Um Spoiler zu vermeiden, muss ich mich nun recht vage ausdrücken. Nachdem Sasha nach Aurora gebracht wurde, deckt das Buch sieben Tage ab. Der General, der die Geheimorganisation des Landes leitet, verspricht ihr sie nach dieser Zeit zurück in ihre Welt zu schicken, doch um den Frieden zwischen den verfeindeten beiden Ländern und den Revolutionären zu erhalten müsse sie bis dahin überzeugend Julianas Rolle einnehmen. Sasha misstraut dem General, aber was bleibt ihr anderes übrig, als zu tun, was er von ihr verlangt. Im Laufe dieser sieben Tage gibt es einige Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und das Ende macht mich sehr neugierig auf den zweiten Teil.

Fazit

Das Licht von Aurora ist ein sehr guter Auftakt zu einer Trilogie. Das Gesamtkonzept der Multiversen ist interessant, spannend und machen dieses Werk zu etwas besonderem. Der Konflikt, der dadurch entsteht, ist mal etwas anderes und reist einen mit. Die Charaktere sind gut gezeichnet, allerdings noch nicht vollkommen ausgereift in ihrer Entwicklung. Sowohl Juliana, als auch Prinz Callum haben noch einiges an Potenzial, das hoffentlich in den Fortsetzungen ausgeschöpft wird. Den Wissensvorsprung den der Leser Sasha gegenüber immer wieder hat, hält die Spannung durch den ganzen Roman konstant aufrecht. Aufgrund der Fragen, die mir kamen und für mich noch nicht ausreichend geklärt wurden und dem noch nicht ausgeschöpften Potential der Welt und der Charaktere, aber der wundervollen Geschichte und der fantasievollen Welt, gebe ich hier 4 von 5 Herzen und bin gespannt auf die Fortsetzungen.

Stil: ♥♥♥♥
Anfang: ♥♥♥♥
Spannung: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥
Welt: ♥♥♥♥
Handlung: ♥♥♥♥♥

♥♥♥♥

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