~Rezension: Stefanie Hasse – BookElements: Die Magie zwischen den Zeilen~

Titel: BookElements: Die Magie zwischen den Zeilen (Band 1)
Autorin: Stefanie Hasse
Verlag: Carlsen im.press

Lin ist eine Wächterin und ihr Job ist es, Menschen vor Buchcharakteren zu beschützen, die sich durch die Emotionen der Leser in der realen Welt materialisieren.
Entgegen der Gesetze besitzt sie selbst ein Buch, dass sie in ihrer Freizeit liest und hegt Gefühle für den Protagonisten. Da das Buch keinen Titel hat, nennt sie es nur Otherside.
Als unterschiedliche Charaktere sich in ihrer Materialisierung zu einem vermischen beginnt alles aus dem Ruder zu laufen. Was verursacht diese Anomalien? Erfüllt sich nun die Prophezeiung, die vorhersagt, dass die Grenzen zwischen den Welten nicht länger halten? Und wenn welche Folgen hätte dies?


Meine Meinung

Der Anfang
In einem Prolog kauft Lin in einer Buchhandlung Otherside, ohne überhaupt hinein zu sehen, obwohl sie dies nicht darf. Sie hat Angst, dass der Verkäufer erkennt was sie ist.
Was sie ist und warum sie kein Buch besitzen darf, bleibt zunächst offen. Die eigentliche Handlung spielt Jahre später und einige Kapitel später erfährt man, dass sie in dieser Buchhandlung gelandet ist, direkt nachdem Ric ihr das Herz gebrochen hat. Im Prolog merkt man von ihrem gebrochenen Herzen allerdings nichts.

Die Form
Der Roman steht in der Ich-Perspektive aus Lins Sicht und im Präteritum. Auf 225 Seiten gibt es 22 Kapitel sowie einen Prolog und Epilog.
Die Charaktere, die sich materialisieren stammen aus aktuellen Romanen anderer Autoren wie Bella aus Bis(s).
Über jedem Kapitel stehen einige Zeilen in anderer Schrift und personaler Erzählperspektive. Erst ab circa Kapitel 8 kristallisiert sich heraus, um wen es in diesen Passagen tatsächlich geht.

Der Stil
Der Stil ist leicht zu lesen und aus meiner Sicht nichts wirklich besonderes.
Da Lin sehr verliebt ist, rutscht sie ab und zu mal in kitschige/romantische Gedankengänge, deren „Kitsch“ sie dann aber sofort wieder relativiert und kritisiert. Dieses inzwischen recht verbreitete Stilmittel nervt mich eher. Wenn man Kitsch aus legitimen Gründen vermeiden will, soll man es auch tun, wenn er angebracht ist, kann man ihn ruhig verwenden ohne ihn gleich wieder abzuschwächen. Diese Relativierung macht für mich den Charakter eher unglaubwürdig. Der Autor hält sich dabei meiner Meinung nach zu sehr an die Schreibratgeberrichtlinie „Vermeide Kitsch“. Manche Charaktere werden vielleicht tatsächlich so denken, aber ich habe es inzwischen so oft gelesen, dass es mich nur noch nervt.
In Liebesgeschichten gehört nunmal auch ein wenig Kitsch/Romantik, zumindest wenn man eine interne Fokalisierung verwendet. Selbst wenn man es nicht mag. (Und ich liebe Romantik <3)

Der Inhalt
Die Passagen deren Zweck zu Beginn nicht so ganz klar ist, erzeugen ein wenig Spannung, allerdings nicht sehr viel, da man zu keiner der Figuren eine Bindung aufbauen kann, wenn man keine Ahnung hat, wer gemeint ist und worum es geht. Allgemein finde ich den Spannungsbogen an vielen Stellen zu schwach.
Lin ist eine Figur, deren Gedanken ich an einigen Stellen nicht nachvollziehen kann. Ric hat ihr das Herz gebrochen und ihr Verhältnis wurde eher zu einer ablehnenden kollegialen Freundschaft und plötzlich nachdem so viele Jahre sind, kommen ihre Gefühle wieder hoch, ohne wirklich erkennbaren Auslöser.
Auch einige Logiklücken treten auf, wenn Lin in einer Szene etwas weiß und es ein paar Szenen später erkennt als hätte sie es zuvor nicht gewusst.
Lin ist eine Wächterin des Elements Luft, Ric des Feuers. Wächter können sich ihrem Element entsprechend in andere Wesen verwandeln und haben auch bestimmte Charaktereigenschaften. Dabei erschließt sich mir nicht wirklich, warum Erdelementare als sehr schüchtern dargestellt werden.
Ric wird von Lin als der klassische Badboy beschrieben: gutaussehend, egozentrisch und ein Frauenheld. Ich mag eigentlich Badboys, die sich im Laufe der Geschichte verändern, doch auch hier muss ich leider sagen, dass ich Rics Verwandlung nicht glaubwürdig finde.

Fazit

Das Konzept dieses Buches hat mich sofort begeistert und ich habe vielleicht zu viel erwartet. Welche Leserin romantischer Literatur hat nicht schon mal einen Charakter angeschmachtet? ^-^
Aber die Umsetzung fand ich hier leider mehr als dürftig. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich außer Bis(s) keines der Bücher kannte, aus denen Figuren benutzt wurden, und mit Otherside nicht viel anfangen konnte, aber auf mich wirkten die Charaktere farblos und die Geschichte banal umgesetzt.
Dass die Elementarwächter sich in unterschiedliche Wesen verwandeln können, finde ich eine interessante Idee, die auf mich allerdings in dieser banalen Atmosphäre etwas fehl am Plätze wirkte, was schade ist.
Auch die Welt selbst bleibt ziemlich farblos. Es ist eine Stadt mit einem Park, der für die Handlung relevant ist. Mir persönlich bekommt der Leser viel zu wenig der Welt gezeigt. Und bei nur 225 Seiten wäre da durchaus noch Luft nach oben gewesen.
Da mir die Grundidee nach wie vor gefällt und die Bücher sehr kurz sind, werde ich vielleicht irgendwann den beiden Fortsetzungen noch eine Chance geben, aber der erste Teil bekommt von mir nur 2 Herzchen.

Stil: ♥♥♥
Anfang: ♥♥
Spannung: ♥♥
Charaktere: ♥♥
Welt: ♥♥
Handlung: ♥♥

♥♥

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