~Rezension: Aimée Carter – Das göttliche Mädchen~

Titel: Das göttliche Mädchen
Autorin: Aimée Carter
Übersetzung: Freya Gehrke
Verlag: Mira Taschenbuch

Die 18-jährige Kate reißt mit ihrer Mutter in deren Heimat, da diese an Krebs leidet und nicht mehr viel Zeit zu leben hat. Nach vier Jahren, die sie sich um ihre kranke Mutter gekümmert hat, muss Kate sich nun an den Gedanken gewöhnen, sich zu verabschieden.
Als Ava, eine neue Mitschülerin, ihr einen Streich spielt und sich dabei den Kopf so aufschlägt, dass sie stirbt, ist Kate verzweifelt. Plötzlich taucht ein geheimnisvoller gutaussehender Junge auf, der sich als Henry vorstellt und im Gegenzug für ein Versprechen Ava wieder lebendig macht. Zunächst ist sich Kate nicht im Klaren darüber, was sie eigentlich versprochen hat, als sie sagte, dass sie alles tun würde und er sie daraufhin aufforderte, die Geschichte von Hades und Persephone noch einmal zu lesen, doch es stellt sich heraus, dass er tatsächlich von ihr will, den gesamten Herbst und Winter jeden Jahres mit ihm zu verbringen. In der Hoffnung ihre Mutter retten zu können, lässt sie sich darauf ein und muss im ersten halben Jahr einige Prüfungen bestehen, um Persephones Platz unter den Göttern einnehmen zu können.
Kann sie die Prüfungen bestehen, obwohl jedes Mädchen, das es in den letzten hundert Jahren versucht hat, gestorben ist? Ist Henry tatsächlich Hades oder nur verrückt? Und wenn er es ist, kann er ihre Mutter retten? Und wird er je über Persephone hinweg kommen?

Meine Meinung

Der Anfang
Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem das letzte Mädchen vor Kate stirbt. Henry ist kurz davor aufzugeben, doch seine enge Freundin Diana bittet ihn noch durchzuhalten und beschließt eine Tochter zu bekommen, die diese Aufgabe übernehmen soll. Sollte sich kein Mädchen finden, müsse auch Henry ersetzt werden.
Auch wenn relativ schnell klar ist, dass Kates Mutter eben diese Diana ist, bleibt die Spannung erhalten und man fragt sich, wie Diana, die vermutlich ebenfalls eine (ganz bestimmte) Göttin ist, an Krebs leiden kann und warum Henry ersetzt werden muss, wenn Kate die Prüfungen nicht besteht.

Die Form
Der Prolog ist personal aus Henrys Perspektive, der restliche Roman ist in der Ich-Perspektive Kates, der gesamte Roman steht im Präteritum. Mit 20 Kapiteln auf 298 Seiten ist der Roman nicht sehr umfangreich, bringt die Geschichte um Kate und Henry bis zum Ende des ersten Winters aber gut rüber.

Der Stil
Der Stil ist angenehm und leicht zu lesen. Henrys Anwesen ist sehr schön gestaltet. Ich hätte mir einen Einblick in Henrys Alltag und die Unterwelt gewünscht, aber den erhalten wir wohl erst in den Folgebänden.
Zu Beginn des Romans, bevor Kate bei Henry ist, spiegelt die Atmosphäre und die Umgebung, die Schule, das Haus, sehr gut Kates Situation und Gefühle wieder. Ihr Mutter liegt im Sterben und während sie sich um diese kümmern will, soll sie stattdessen ihren Abschluss machen und weiß nie, ob sie ihre Mutter vielleicht zum letzten Mal lebend sieht.

Der Inhalt
Der Inhalt gefällt mir besonders gut. Ich liebe Mythologie verschiedenster Kulturen und die Geschichte um Hades und Persephone ist eine meiner Lieblingsmythen. Die Prüfungen, die Kate auferlegt werden, finde ich sehr interessant gewählt. Wer sich am Ende als Mörder der vorherigen Mädchen herausstellt, war für mich allerdings recht schnell abzusehen. Die Enthüllungen am Schluss überraschen zwar nicht wirklich, aber runden den ersten Band gut ab und schmälern nicht das schöne Leseerlebnis.
Sehr gut gefällt mir wie sich Kates Gefühle langsam entwickeln und ihre Beziehung zu Henry enger und ihr Wille die Prüfungen zu bestehen fester wird. Es ist eben nicht diese typische Liebe auf den ersten Blick, die einen alles für den anderen tun lässt, wie man sie so oft liest, sondern wächst ganz langsam. Ich hätte ein bisschen mehr der Zeit, die Henry und Kate miteinander verbringen, gezeigt haben wollen, dann wäre es noch besser nachvollziehbar gewesen.

Fazit

Das göttliche Mädchen ist ein sehr guter auch in sich geschlossener Auftakt zu einer Trilogie.
Leider sind momentan die beiden späteren Teile nur noch als ebook verfügbar, falls sich das wieder ändert oder ich irgendwann einen eReader habe, werde ich die Fortsetzungen auf jeden Fall lesen. Ich bin gespannt auf die Unterwelt und Persephone.
Das Gesamtkonzept trifft absolut meinen Geschmack. Eine Geschichte, die den Mythos um Hades und Persephone verarbeitet, habe ich auch noch in meiner Projektliste. Dieser Mythos ist einfach besonders und bietet soviel Potential ihn auf verschiedenste Weise zu verarbeiten =)
Die Charaktere sind sehr schön gezeichnet. Interessant fand ich, dass nicht alle Götter makellos aussehen und auch wenn man sich fragt, wieso sie als normale Menschen auftreten, war schnell klar, wer welche Gottheit darstellen soll. Besonders gut umgesetzt fand ich Hades und Aphrodite.
Alles in allem gebe ich diesem ersten Teil, der zwar wunderbar allein stehen kann, aber soviel Potential für die Fortsetzungen gegeben hat, 4 von 5 Herzen.

Stil: ♥♥♥
Anfang: ♥♥♥♥
Spannung: ♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥
Welt: ♥♥♥♥
Handlung: ♥♥♥♥♥

♥♥♥♥

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