~Rezension: Ally Condie – Atlantia~

Titel: Atlantia
Autorin: Ally Condie
Übersetzung: Stefanie Schäfer
Verlag: Fischer FJB
Reihe: –

Als die verschmutzte Luft das Leben auf der Erde unmöglich machte, wurde Atlantia gebaut: Eine Stadt, die vollständig unter Wasser liegt. Einige wenige Menschen wurden dorthin geschickt, um das Überleben der Menschen zu sichern, während die Menschen an der Oberfläche hart arbeiten müssen, um die Unterwasserstadt am Leben zu erhalten. Jedes Jahr am Tag der Trennung bekommen die Jugendlichen die Wahl, wo sie leben wollen. Rio wollte immer noch oben, doch als ihre Mutter starb, bat ihre Zwillingsschwester Bay, sie zu bleiben. Rio hält ihr Versprechen, doch stattdessen entscheidet Bay sich für oben. Warum hat sie das getan? Und warum hat sie Rio weder zuvor etwas gesagt, noch eine Nachricht hinterlassen? Ohne ihre Mutter und Bay fühlt sich Rio unendlich allein, denn sie ist eine Sirene und niemand außer ihrer Familie darf dies wissen. Rio will Bay unbedingt folgen, doch ein sicherer Weg nach oben scheint unmöglich.

Meine Meinung

Der Anfang
Zu Beginn schreiten Bay und Rio durch den Tempel bevor die Zeremonie der Trennung beginnt. Die Umgebung wird ein bisschen beschrieben und man bekommt einen ersten Eindruck von Atlantia. Kurz darauf trifft Bay ihre folgenschwere Entscheidung und Rio kann kurz ihre Sirenenstimme nicht unterdrücken. Warum ist Bay gegangen und welche Folgen hat Rios Stimme?

Die Form
Atlantia ist konsequent in der Ich-Perspektive aus Rios Sicht, obwohl Bays Sicht zwischendurch auch sehr interessant gewesen wäre, aber das hätte zu viel verraten. Außerdem steht die Geschichte im Präsens.

Der Stil
Der Stil ist flüssig und gut zu lesen. Was mich persönlich gestört hat, sind die (wenigen) Liebesszenen. Es wird einfach gesagt, dass sie sich küssen und das war’s dann. Man muss das Zeigen ja nicht gleich übertreiben, aber hier will ich ein bisschen mehr als einen Satz. Wo ist die Beschreibung und das Gefühl?

Der Inhalt
Der Inhalt gefällt mir zum größten Teil sehr gut. Die Welt ist schön konstruiert und soweit ich das beurteilen kann, auch stimmig. Vielleicht sähe ein Ingenieur oder Physiker das anders, aber mir ist nichts aufgefallen, das mich stört. Atlantia ist eine wirklich schöne Stadt und die Sirenen sind hier sehr interessant interpretiert. Der Konflikt zwischen oben und unten und die Sehnsucht Rios nach ihrer Schwester sind sehr schön dargestellt.
Rio ist einsam und ihr Geheimnis erdrückt sie fast. True ist ein liebenswerter Junge. Maire ist eine interessante und vielschichtige Figur. Auch wenn sie nicht die sympathischste ist, ist sie sehr gut durchdacht. Was mich ein wenig gestört hat, ist, dass Rio teilweise Vergleiche zieht oder Sachen sagt, die sie nicht so kann, da sie noch nie oben war. Beispielsweise sagt sie, dass es nebelig ist und im gleichen Absatz, dass sie so etwas noch nie gesehen hat. Woher weiß sie dann, dass es Nebel ist?
Was mich noch an Rio gestört hat, ist ihre kaum vorhandene Reaktion darauf, dass der Junge, den sie liebt (was sie auch nur irgendwann denkt, aber man kaum merkt), sie auch liebt. Sie ist total einsam und zeigt dann keine Emotionen? Nicht mal in ihrem Innern, immerhin ist es aus ihrer Perspektive. Das erscheint mir nicht glaubwürdig. In dieser Beziehung wirkt sie ziemlich kalt, was sie aber sonst nicht ist und damit für mich nicht zu ihr passt.

Fazit

Aufgrund der spannenden Hauptgeschichte und der schönen Welt, aber der recht schwachen Liebesgeschichte bekommt Atlantia von mir 4 Herzchen.

Stil: ♥♥♥
Anfang: ♥♥♥♥
Spannung: ♥♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥♥
Welt: ♥♥♥♥
Handlung: ♥♥♥♥

♥♥♥♥

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