~Blogparade 2016: Wie man gute Liebesszenen schreibt~

Eine Liebesszene zu schreiben scheint für viele eine echte Herausforderung zu sein. Ich glaube allerdings, dass das daran liegt, dass man sich selbst zu viele Beschränkungen auferlegt. Gerade bei Liebesszenen gibt es so viele Aspekte auf die man achten kann und die man angeblich vermeiden soll. Vielleicht liegt das daran, dass die Liebe ein so zentraler Punkt im Leben der meisten Menschen ist. Ihr Leben ist davon geprägt, ihre Wünsche und Sehnsüchte hängen oft damit zusammen und die Liebe ist einer der wenigen Wünsche, die man sich niemals allein erfüllen kann.

Wenn ihr also an eine Liebesszene herangeht, solltet ihr euch erst einmal ein paar zentrale Fragen stellen:
Welche Rolle nimmt die Liebe in eurer Geschichte ein? Welche Rolle spielt sie für die beteiligten Figuren?
Was für eine Liebesszene wollt ihr schreiben? Welche Wirkung soll sie auf die Figuren, aber auch auf den Leser haben? Ist es der Beginn einer Romanze? Ein Schritt? Das Ende? Oder hat sie eine ganz andere Bedeutung?
Worauf liegt der Fokus? Auf den Gefühlen der Figur? Auf der Entwicklung ihrer Beziehung? Auf der Handlung?
Bevor ihr loslegt zu schreiben, solltet ihr auch kurz über euer Genre und eure Zielgruppe nachdenken.

Figuren
Zentral für eine Liebesszene sind natürlich die Figuren. Wie stehen sie vor der Szene zueinander? Wie danach? Ihr solltet eure Charaktere gut kennen, bevor ihr an der Szene schreibt. Was nicht ausschließt, dass sie sich während des Schreibprozesses etwas anders oder schneller entwickeln, als ihr gedacht habt. Gerade wenn ihr sie gut kennt, ist diese unerwartete Entwicklung meist viel natürlicher, als das, was ihr geplant hattet. Wenn ihr sie aber nicht kennt, kann es schnell zu sehr in eine Richtung gehen, die ihr euch vielleicht in eurem eigenen Leben wünschen würdet oder fürchtet.

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~Blogparade 2016: wie man innere Prozesse darstellt~

Der letzte Beitrag zur Blogparade ist bereits zwei Wochen her, aber keine Sorge, ihr habt nichts verpasst. Da unsere Ziege krank geworden ist, hat sich alles um eine Woche verschoben, sodass mein Beitrag nun nächste Woche und die Zusammenfassung am 30.4. also an Walpurgisnacht kommt =)
Die Wartezeit hat sich aber wirklich gelohnt und ihr Beitrag ist auch nicht gerade kurz geworden. Lasst euch von der Länge nicht abschrecken, es ist ein großartiger Artikel geworden.
Tsaphyre zeigt uns, wie innere Prozesse funktionieren und nimmt uns mit auf eine Reise, um das Unbewusste zu erforschen. Dabei merkt man, dass Tsaphyre sich viel mit Traumbildern beschäftigt hat. Ich selbst habe eine Zeit lang Traumtagebuch geführt. Es hat eine Weile gedauert bis ich die völlig unterschiedlichen Träume auf einen Nenner bringen konnte, denn sie drehten sich im Prinzip alle um das gleiche Thema und als ich das erkannte, war das ein wirklich tiefes Aha-Erlebnis. Auf jeden Fall ist es nicht nur für Schreiberlinge interessant, sich näher mit seinen inneren Prozessen zu beschäftigen.

Nachdem ich euch letzte Woche einen Blog vorgestellt habe, auf dem es auch um Ziegen geht, gibt es diese Woche sogar einen, der von einer Ziege geschrieben wird. 😀 Ja, das ist mein Ernst, Tsaphyre bezeichnet sich selbst als Ziege. Zunächst hat mich das ziemlich irritiert, da ich „Ziege“ noch aus Grundschulzeiten als Schimpfwort kannte, aber mal ehrlich, Ziegen sind doch wirklich süß. Und eine „dumme Ziege“ ist Tsaphyre ganz und gar nicht, im Gegenteil. In ihren verborgenen Gärten der Sehnenden Lust, wie sie selbst ihren Blog beschreibt, entführt sie einen in ihre ganz eigene Welt, voller Pflanzen, Tiere und Wunder. Unser Zieglein ist ein wenig verrückt, auf die Art, auf die ein Schriftsteller das auch sein sollte. Ich bin wirklich begeistert von ihrem Schreibstil. Im Forum hatten wir einmal eine Diskussion, ob das Schreiben eher Talent oder Handwerk erfordert. Ich gehöre zu der Seite, die der Meinung ist, dass das Talent wichtiger ist und Tsaphyre gehört zu den Schreiberlingen, die für mich diese These untermauern. Wie sie schreibt, kann man einfach nicht nachahmen. Seht es euch selbst an =). Ich wünsche euch viel Spaß.
Hier der Beginn ihres Beitrags zu unserer Blogparade:

Herzlich willkommen auf der mittleren Landeplattform des Fantastischen Fabulatoriums! Ich hoffe, Ihr hattet einen guten Flug? Wie Ihr seht, befinden wir uns auf einem etwas zerklüfteten Berg. Lasst Euch Zeit und schaut Euch in Ruhe die verwinkelten Häuser, Türme, Arkaden und Brücken an, die zwischen den Gärten und Waldstücken hervorlugen. Dies alles ist das Fabulatorium. Bevor wir loslegen, möchte ich Euch gerne Richard vorstellen. Er ist 23, Physikstudent und unser Protagonist für die kleinen Beispiele zur Veranschaulichung.

Da Ihr alle erfahrene Schriftsteller seid, will ich nicht allzu viele Worte über das Schreiben verlieren, sondern Euch direkt in die Welt der inneren Prozesse führen. Wir machen eine spielerische Reise in das Innere des Fabulatoriums und auch in unsere eigenen Traumwelten. Hier zunächst eine Übersicht, wie so ein innerer Prozess überhaupt abläuft:

Schematischer Ablauf eines inneren Prozesses

1. Impuls, Frage, Zielsetzung
2. Verarbeitung mit Teilergebnis
3. Gefühlstest – zurück zur Verarbeitung oder weiter zum
4. Ergebnis, Antwort
5. Gewinn, Verlust, Aktion

weiterlesen in Tsaphyres verborgenen Gärten der Sehnenden Lust

~Blogparade 2016: Wie man fesselnde Dialoge schreibt~

Und weiter geht es mit unserer Blogparade =) Diese Woche hat Kelpie einen Beitrag über fesselnde Dialoge für euch. Ich finde ihn sehr interessant, anregend und informativ. Es ist wirklich ein gelungener Beitrag.
Meist fabuliere ich meine Geschichten mit groben Handlungspunkten und mehreren Dialogen zwischen den Hauptfiguren, bevor ich die Handlungsstränge konkret ausarbeite. Dialoge sind sehr wichtig. Sie geben der Geschichte, den Figuren, den Konflikten erst Leben und Kelpie bietet hier meiner Meinung nach einen tollen Ansatz für jeden, der mit Dialogen so seine Probleme zu haben scheint. Wenn ihr mal darauf achtet, fallen euch bestimmt auch Situationen auf, in denen ihr mit den unterschiedlichen Ohren unterschiedliche Dinge verstehen könntet und euch für eine Interpretation und entsprechende Reaktion entscheidet. Auch die Figuren müssen das und je nachdem, wie sie sich entscheiden und reagieren, wird die Handlung oft einen ganz anderen Verlauf nehmen, als hätten sie sich anders entschieden.
Das Modell der vier Ohren hatten wir im ersten Semester in Linguistik mal besprochen, aber bewusst angewendet habe ich es noch nie. Bei Gelegenheit werde ich mal nachsehen, wie weit ich es unbewusst angewendet habe.
Auf Kelpies Blog gibt es nicht nur Tipps zum Schreiben, sondern auch eigene Texte von ihr zu lesen und sie stellt ihre Ziegenherde vor – ja ihr habt richtig gelesen. =) Süße kleine Tierchen sind das. Ich wünsche euch viel Spaß dabei Kelpies Beitrag zu lesen und ihren Blog zu erkunden.  Hier der Beginn ihres Beitrages:

Der Dialog ist ein breiteres Feld als viele glauben. Er besteht aus zwei großen Teilen, bei denen jeweils Unterschiedliches beachtet werden muss: Die wörtliche Rede und das ganze Drumherum (Inquit, Handlung).
Gerade weil das Feld so groß ist, kann und möchte ich nicht auf alles eingehen, sondern mich in erster Linie auf die wörtliche Rede an sich konzentrieren.
Dabei kann man die Dialogpartner in zwei Bereiche aufteilen: Auf der einen Seite steht der Sprecher, auf der anderen Seite der Zuhörer.

Der Sprecher
Worauf müssen wir achten, wenn wir einen Charakter sprechen lassen? Wie verleihen wir einem Dialog Dichte und Spannung?
Genau genommen gibt es drei Inhalte, die man beim Sprechen abdecken kann (und sollte):

  • Information
    Welche Information gibt der Sprecher?
  • Emotion
    Welche Gefühle stecken hinter seinen Worten?
  • Beziehung
    In welcher Beziehung steht er zum Zuhörer bzw. Dialogpartner?

Je mehr dieser Bereiche abgedeckt werden, desto lebendiger wird der Dialog. Wichtig daran ist, dass die Spannung in Dialogen häufig nicht durch das direkte Gesagte zustande kommt, sondern durch das, was nicht gesagt wird. Also jene Dinge, die hinter den Worten stehen und die der Leser größtenteils bereits an Wissen mitbringt.
Ich erkläre das anhand eines Beispiels aus einem meiner Romane.

weiterlesen in Kelpies Eichenkrone